Axial AX10 Ridgecrest: Anfälliger “Nasenbär”?

Inzwischen konnte ich ein paar erste Erfahrungen mit dem Axial AX10 Ridgecrest sammeln. Leider hat der “Nasenbär”, wie ich meinen gerne nenne, dabei leider nicht nur gute Eindrücke hinterlassen.

gelöster Lenkhebel beim Axial AX10 Ridgecrest

Bereits bei der ersten Ausfahrt lösten sich zwei Schrauben vom vorderen Rammbügel. Die Schrauben und eine asymmetrische Unterlegscheibe waren verloren und der Bügel hing herunter. Nicht weiter schlimm, sollten die vorderen und hinteren Bügel zu Gunsten der Böschungswinkel eh entfernt werden.

Zu Hause habe ich dann mal alle Schrauben, die ich so gefunden habe nachgezogen. Das sollte man ja eigentlich vor der ersten Fahrt machen, aber nach den durchweg sehr guten Erfahrungen mit meinen Traxxanten und HPIs wurde ich da wohl etwas nachlässig. ;-)

lose Mitnehmer beim Axial AX10 RidgecrestNach dem Entfernen der Räder stellte ich fest, daß zwei von vier Radmitnehmern lose waren. Weiterhin fielen mir die teilweise sehr schwergängigen Stoßdämpfer auf. Bei genauerer Begutachtung merkte ich, daß man die Bewegung der Kolbenplatten durch die Kunststoffgehäuse hindurch spüren konnte! Also erst einmal noch die Stoßdämpfer auseinandergebaut. Letztlich lag die Ursache darin, daß die schwergängige Stoßdämpfer beim Axial AX10 RidgecrestVerbindungen zu den Spritzkanälen nicht sauber entfernt worden waren und teilweise noch fast einen halben Milimeter überstanden. Damit war die Schwergängigkeit natürlich erklärt. Trotzdem verwunderte mich das sehr weiche Material der Stoßdämpfergehäuse. Daß die Stoßdämpfer nicht einheitlich und auch nicht voll gefüllt waren fällt da übrigens kaum noch ins Gewicht. Also alles montiert und den Nasenbär wieder flott gemacht.

Die nächste Ausfahrt endete nach knapp zehn Minuten Fahrzeug mit einem losen Lenkhebel. Beide Schrauben hatten sich gelöst und waren verloren gegangen. Zum Glück konnte ich noch die ebenfalls heraus gefallene Hülse wieder finden. Neue Schrauben besorgt und wieder montiert.

gebrochener Lenkhebel beim Axial AX10 RidgecrestDie Ausfahrt danach dauerte dann nur noch etwa fünf Minuten. Nach einem nicht wirklich heftigen Aufprall ist ein Lenkhebel gebrochen. Außerdem ist das Gewinde des Lenkhebelaufnahme an der Achse ausgerissen und bei einer der Führungsbuchsen ist der Bund angebrochen.

Insgesamt finde ich die Montagequalität einem Fahrzeug in der Preisklasse nicht wirklich angemessen. Vergleiche ich das mit meinen ähnlich teuren Modellen von Traxxas oder HPI, dann ist das Niveau der Verarbeitung da um Klassen besser!

Weiterhin ist die Ersatzteilpolitik von Axial nicht gerade Kundenfreundlich. Bei einem Verlust oder Defekt von nur einem Teil müssen oftmals ganze Spritzlinge mit vielen nicht benötigten Teilen bestellt werden. Bei den recht hohen Preisen macht sich das dann recht schnell bemerkbar! Bei den bisher bei mir aufgetretenen Defekten hätte ich bereits folgende Teilegruppen kaufen müssen:

1 x Schrauben für den Frontbügel (AXA436) ca. 3,50 €
1 x kompletter Satz Bügel vorne und hinten (AX80117) nicht erhältlich
1 x Schrauben für Lenkhebel (AXA435) ca. 3,50€
1 x Satz Lenkhebel rechts / links (AX80061) ca. 10,00 €
1 x Satz Lenkhebelträger rechts / links (AX80062) ca. 7,00 €
1 x Buchsen für Lenkhebel (AX30450) ca. 6,00 €

Den Satz Bügel (wegen einer asymmetrischen Unterlegscheibe!) mal im Vergleich mit Preisen für ähnliche Baugruppen mit nur rund zehn Euro angenommen kommt man nach fünf Ausfahrten schon auf einen Ersatzteilbedarf von etwa zehn Prozent des Fahrzeugneuwertes. Wohlgemerkt für vier Schrauben, eine Unterlegscheibe, eine Buchse und einen Lenkhebel mit Träger!

Auch in Bezug auf das Angebot von Ersatzteilen sind Traxxas oder HPI, die sich in einer vergleichbaren Preisklasse bewegen, deutlich besser und kundenfreundlicher!

Insgesamt bin ich ein wenig überrascht, wie viel doch bei dem Ridgecrest kaputt gehen kann. Ähnliche Defekte kenne ich sonst nur von meinen anderen Offroadern, die durch die wesentlich höheren Geschwindigkeiten bei einem Unfall oder Aufprall im Vergleich zu einem Crawler sehr viel größeren Belastungen ausgesetzt sind.

Nicht desto trotz mach mir der Ridgecrest Spaß! :-) Wenn man weiß, worauf man sich einlässt, dann kann man mit den Nachteilen ganz gut leben. Schrauben festziehen und nach Möglichkeit sichern und gefährdete Teile durch Aluminium ersetzen. Als Einsteiger-Sorglos-Paket taugt der Axial AX10 Ridgecrest meiner Meinung nach jedoch nicht.

Jetzt weiß ich übrigens auch, warum das Angebot an Alu-Teilen für die Axial-Modelle so groß ist. ;-) Aber auch hier habe ich das Gefühl, daß man bei Axial einen gehörigen Aufpreis bezahlt. Angebote von anderen Herstellern bieten ein deutlich angenehmeres Preis-Leistungsverhältnis.

Letztendlich habe ich den Eindruck, daß sich Axial seine Popularität derzeit gut bezahlen lässt. Ohne Frage sind Modelle wie der Wraith oder der Exo ein absoluter Augenschmaus und reizen auch mich. Und auch der Wettbewerbscrawler XR10 oder die Scale-Modelle haben sicherlich ihre Vorzüge. Aber in Sachen Qualität und Ersatzteilversorgung besteht bei Axial sicher noch Entwicklungspotential.

» Weitere Infos zum Axial AX10 Ridgecrest


In diesem Beitrag erwähnte RC-Fahrzeuge, Zubehör- und Tuningteile:

Axial AX10 Ridgecrest (90019)
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