IR-Systeme bei Spielzeug-Flugmodellen

Günstige Flugmodelle und Hubschrauber (die ganz klar im Spielzeugbereich anzusiedeln sind) werden oftmals nicht mit einer echten Funkanlage (27 MHz, 40 MHz oder 2,4 GHz), sondern mit vergleichsweise einfacher und vor allem günstiger Infrarot-Signalübertragung (IR) ausgestattet.

Bei meinen ersten beiden Helikopter-Modellen konnte ich beide Systeme kennenlernen. Daher kann ich die jeweiligen Vor- und Nachteile nicht nur aus der Theorie der zugrunde liegenden Physik, sondern auch aus meinen eigenen praktischen Erfahrungen ein wenig beschreiben:

Das grundlegende Prinzip dürfte jeder von Fernbedienungen für Fernseher und Stereoanlage her kennen. Das jeweilige Steuersignal im nicht sichtbaren Spektrum des Lichtes wird mittels Dioden (vergleichbar mit Leuchtdioden / LEDs) ausgestrahlt und auf der Empfängerseite von entsprechend empfindlichen Empfangs-Dioden (vergleichbar mit lichtempfindlichen Dioden) empfangen.
Dabei kann prinzipiell erst einmal nur eine störungsfreie Signalübertragung stattfinden, so lange direkter Sichtkontakt zwischen Sender und Empfänger besteht. Fliege ich also beispielsweise von einem Raum in einen anderen, oder befindet sich ein Schrank oder ähnliches zwischen dem Modell und dem Piloten, dann kann sich der Empfang deutlich verschlechtern, oder sogar ganz abreißen.
In geschlossenen Räumen gibt es jedoch oftmals einen Effekt, der dieses Problem weitgehend kompensieren kann: Reflexion. Insbesondere helle und möglichst glatte Wände und Decken reflektieren das langwellige Infrarot-Licht des Senders. Daher ist Empfangssituation mit IR-Fernbedienungen im Indoor-Bereich oftmals sehr gut.
Ganz anders verhält sich das jedoch im Freien! Da es hier keine reflektierenden Wände gibt, ist ein direkter Sichtkontakt unbedingt erforderlich. Weiterhin sollten die Sende-Dioden der Fernbedienung möglichst auf das Modell ausgerichtet werden. Letztlich ist aber auch noch die Lage des Modellst zum Piloten entscheiden: Je nach dem, wo die Empfangsdioden am Modell angebracht sind, dann die Verbindung auf bei direktem Sichtkontakt vollständig abreißen. Liegen die Empfangsdioden auf der dem Piloten abgewandten Seite, dann ist eine Signalübertragung so gut wie nicht mehr möglich. Manche Modelle haben daher auch mehrere, an verschiedenen Stellen des Modells angebrachte Empfangs-Dioden.
Aufgrund dieser Eigenschaften und durch die Tatsache, daß die Reichweite bei Infrarot-Übertragung auch unter optimalen Bedingungn naturgemäß deutlich geringer ist, als bei Funkverbindungen, empfiehlt sich ein Einsatz IR-Gesteuerter Modelle im Freien nicht.

Funkfernbedienungen hingegen arbeiten hingegen mit elektromagnetischen Wellen in den Frequenzbereichen 27 MHz oder 40 MHz und zunehmen auch mit 2,4 GHz. Professionelle Flugmodelle nutzen daüber hinaus auch das 35 MHz-Band. Grundlegend haben Funkfernbedienungen eine deutlich größere Reichweite als Infrarot-Fernbedienungen. Außerdem ist die Verbindung zu Modell deutlich stabiler, selbst wenn keine direkte Sichtverbindung besteht. Für den Einsatz im Freien sind Funkfernbedienungen daher deutlich besser geeignet und unbedingt vorzuziehen.

Mein kleiner Koaxial-Helikopter ist mit einer Infrarot-Fernbedienung ausgestattet, während mein etwas größeres Modell bereits eine echte Funkanlage mit 27 MHz besitzt.
Im Innenbereich ist der Empfang mit dem Infrarot-System sehr stabil und zuverlässig. Mein erster Einsatz im Freien endete jedoch sehr schnell mit einem Verbindungsabbruch. Da der Hubschrauber das letzte Signal (Vollgas bzw. maximals Steigen) noch für ein paar Sekunden beibehielt, endete der unvermeidliche Absturz mit einem irreperablen Schaden am Rotorkopf. Dazu muß man jedoch auch sagen, daß ein Modell in dieser Größenordnung nicht wirklich für einen Außeneinsatz ausgelegt ist! Die geringe Größe und vor allem das geringe Gewicht machen diese Modelle selbst gegen kleinste Winde oder Böen sehr anfällig.
Die Funkfernbedienung meines größeren Modells (das auch für den Einsatz im Freien ausgelegt ist) ermöglicht hingegen zuverlässige Signalübertragungen bis weit über 100 m.

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