offene und gekapselte Getriebe bei RC-Cars

Inzwischen habe ich ein paar Erfahrungen mit offenen und gekapselten Getrieben bei RC-Cars sammeln können. Und generell kann man sagen, daß je gröber die Verzahnung der Zahnräder ist, desto eher ist eine offene Bauweise möglich.

Offene Getriebe oder zumindest Hauptantriebe findet man vor allem bei 1/8er Modellen. Das kommt vor allem noch aus den Zeiten, zu denen es in der Größe fast ausschließlich Verbrenner gab. Der Getriebeteil zwischen Motorritzel und Hauptzahnrad wird bei Verbrennern in der Regel offen ausgeführt. In der Bodenplatte befindet sich zudem eine Aussparung, durch die das Hauptzahnrad geringfügig heraussteht, beziehungsweise bündig abschließt. In diesen, von außen zugänglichen, Teil des Hauptzahnrades kann dann der Abtrieb einer Starterbox greifen, die ein einfaches und schnelles Starten des Verbrennungsmotors ermöglicht.
Diese Konstruktion findet man heute noch bei sehr vielen 1/8er Modellen, auch wenn diese inzwischen zunehmend über leistungsfähige Brushless-Systeme verfügen. Sie basieren letztlich noch immer auf älteren Verbrenner-Konstruktionen.

Bei 1/8er Modellen kommen eher grob verzahnte Zahnräder mit Modul 0.8 bis 1.0 zum Einsatz. Bei diesen relativ groben Zähnen haben grober Sand oder kleine Steine kaum eine Möglichkeit sich zwischen den Zähnen festzusetzen. Außerdem sind die einzelnen Zähne groß und damit auch stabil genug um kleinere Verunreinigungen zu zermahlen und auszuwerfen. Daher wird eine offene Bauweise des Getriebes hier in der Regel nicht zu Problemen, wie einem blockierten Antrieb oder beschädigten Zahnrädern, führen.

Anders sieht es bei den kleineren Modellen im Maßstab 1/10 oder darunter aus. Hier werden häufig recht fein verzahnte Zahnräder mit 48 Pitch verwendet. Zwischen den feinen Zähnen kann sich sehr schnell feiner Sand festsetzen, der dann die Zahnräder schneller verschleißen lässt oder sogar direkt beschädigt. Daher ist bei den kleineren Modellen, die auch schon immer vorwiegend über Elektro-Antriebe verfügen, eine geschlossene Bauweise mit einer Abdeckung üblich.

Aber auch unter eine Getriebeabdeckung kann Schmutz geraten. Daher ist hier eine regelmäßige Überprüfung und gegebenenfalls auch Reinigung bei beiden Bauweisen empfehlenswert.
Da beide Konzepte mehr oder weniger gegen Verschmutzungen anfällig sind, empfiehlt sich eine Schmierung der Motorritzel oder Hauptzahnräder übrigens nicht. Das Fett oder Öl würde Staub und Sand nur noch besser an den Zahnrädern anhaften lassen und zu einem Schmirgeleffekt führen.

Bisher hatte ich weder mit offenen Getrieben bei 1/8er Modellen mit Zahnrädern im Modul 1, noch mit abgedeckten Getrieben bei 1/10er Modellen ernsthafte Probleme. Anders sah es bei meinem (bisher einzigen) 1/10er Truggy aus, der über Zahnräder mit nur  48 Pitch verfügte und trotzdem ein offen liegendes Hauptzahnrad hatte. Sobald ich diesen abseits befestigter Straßen oder Wege fuhr, hatte ich regelmäßig einen durch kleine Steine blockierten Antrieb.

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