Carson Desert Warrior XL

Daß der Desert Warrior XL von Carson ein durchaus interessantes Fahrzeug werden könnte hatte sich ja schon auf der Spielwarenmesse in Nürnberg abgezeichnet. Der Carson Desert Warrior XLTermin für den Verkaufsstart hat sich entgegen der ersten Ankündigungen dann jedoch noch ein paar Monate nach hinten verschoben. Nun wo der Desert Warrior XL inzwischen schon einige Zeit erhältlich ist, hat sich erfreulicherweise aber auch der Straßenpreis gegenüber der ursprünglichen Preisempfehlung von rund 350 Euro spürbar nach unten verschoben. Vorbehalte gegenüber Carson hin oder her – für unter 300 Euro sollte der RTR Short-Course-Buggy mit spritzwassergeschütztem Brushless-System und LiPo auf jeden Fall beachtenswert sein!

Nachdem es auf der Modell Süd in Stuttgart leider keine wirklich attraktiven Angebote gab hat sich ein Freund von mir direkt nach der Messe kurzerhand einen Desert Warrior XL im Internet bestellt.

Aufbau und Qualität entsprechen dem auf der Spielwarenmesse vorgestellten Vorserienmodell und machen einen guten Eindruck: Das Fahrwerk ist voll einstellbar. Die Alu-Stoßdämpfer verfügen über Rändelschrauben zum Einstellen der Federvorspannung. Das Spritzwassergeschützte 12T Brushless-System treibt alle vier Räder über Knochen an. Die mitgelieferte Reflex Wheel Pro2 LCD bietet alle wichtigen Einstellungsmöglichkeiten und kann dank der Modellspeicher auch künftig für weitere Modelle verwendet werden. In Anbetracht der recht günstigen Empfänger für diese Fernsteuerung ist das, vor allem für den Einsteiger, eine recht interessante Option. Sehr schön, daß RTR bei Carson auch wirklich “ready to run” bedeutet! Neben Batterien für die Fernbedienung liegt auch schon ein 2S LiPo mit 3.000 mAh Kapatität nebst einem einfachen Ladegerät bei. Es kann also wirklich ohne weitere Anschaffungen sofort losgehen.

Einen kleinen Wermutstropfen gab es allerdings auch: Zum einen passten die Bohrungen für die Akkufach-Abdeckung nicht, so daß diese nicht angebracht werden konnte. Eine kurze Meldung an den Support von Carson sorgte jedoch für schnelle Abhilfe. Zwei Tage später lag eine passende Abdeckung im Briefkasten – sehr vorbildlich!
Carson Desert Warrior XL - AkkuschachtWirklich ärgerlich ist jedoch die Konstruktion des gesamten Akkufaches an sich. Wenn man sich schon beim Axial EXO über das umständliche Wechseln des Akkus aufregt, dann sollte man sich in dieser Beziehung besser nicht mit dem Desert Warrior XL anlegen! Der Akkuschacht wird durch ein seitliches abnehmbares Karosserieteil geöffnet. Dann muß man den Akku zwischen ein paar Streben durchfädeln um ihn an seine Position zu bringen. Um den Akku dann dort zu fixieren wird eine Halteplatte über dem Akku auf zwei Nasen aufgesetzt, durch die dann jeweils ein Splint gesteckt werden soll. Da der Akkuschacht nach oben hin durch das Karosserieteil mit der Fahrerfigur abgedeckt ist kann man das alles wirklich nur von der Seite aus erledigen. Und da die Position des Akkus schwerpunktgünstig recht weit im Zentrum des Chassis liegt braucht man schon sehr dünne Finger oder eine lange und spitze Zange um die Splinte einsetzen zu können. Mit ein wenig Geduld geht das schon, Spaß macht es aber nicht wirklich!

Abgesehen davon hat die recht geschlossene Bauweise aber auch seine Vorteile! Trotz des sehr dekorativen Gitterrohrrahmens ist das Innere des Desert Warrior XL durch die verschiedenen Karosserieteile sehr gut gegen eindringenden Schmutz geschützt.

Erste Fahrtests an dem mitgelieferten 2S-LiPo ergaben anständige, aber noch nicht gerade überwältigende Fahrleistungen. Nach einer kurzen Rückversicherung beim Carson-Support wurde der Desert Warrior XL dann aber auch an einem 3S-LiPo getestet. Mit dieser Leistungsspritze war der Buggy dann nicht mehr wieder zu erkennen! Flott, agil und sportlich kann er jetzt auch im Leistungsvergleich mit der Konkurrenz locker bestehen. Die serienmäßig aufgezogenen Reifen sehen nicht nur gut aus, sondern bieten auch überraschend viel Grip auf verschiedenen Oberflächen. Das Fahrverhalten würde ich generell als gut kontrollierbar bezeichnen. Ungewollte Überraschungen bleiben aus, wenn gewünscht lassen sich jedoch jederzeit saubere Drifts ziehen. Und auch in Sachen Stabilität macht der Desert Warrior XL bisher einen sehr guten Eindruck!

Unter dem Strich halte ich den Desert Warrior XL für einen sehr gelungenen Short-Course-Buggy! Er eignet sich an 2S-LiPos hervorragend für Einsteiger und bietet an 3S auch dem ambitionierten Freizeitpiloten noch viel Leistungsreserven. Die gelungene Optik und die serienmäßige Beleuchtung, die sogar über die Fernbedienung ein- und ausgeschaltet werden kann, sorgen für weitere Attraktivität des Modells.

Carson Desert Warrior XL Carson Desert Warrior XL Carson Desert Warrior XL

In diesem Beitrag erwähnte RC-Fahrzeuge, Zubehör- und Tuningteile:
Carson Desert Warrior XL (500404048)
» zur Herstellerseite | » bei Amazon | » bei HobbyDirekt

Dieser Beitrag wurde unter Short-Course abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

23 Antworten auf Carson Desert Warrior XL

  1. marn sagt:

    welchen 3s lipo kann man benutzten also welcher passt in den wagen hinein?

    • RC-HeliCar sagt:

      Der nVision 3S 3.300 mAh passt recht locker rein. Der ist laut Hersteller 135,5 x 42,6 x 20,5 mm groß. Da ist aber noch etwas Luft nach oben.

  2. Mortnizer sagt:

    Hallo,
    wie sieht es denn mit der Langzeiterfahrung aus? Gibt es irgendwelche gravierende Mängel?

    • RC-HeliCar sagt:

      Bisher schlägt er sich echt wacker! Betrieben an 2S und 3S gab es keine echten Probleme.

      Einmal ist ein Querlenker gebrochen, wofür der Desert Warrior aber nun wirklich nichts konnte. War ein Sturz aus ca. 2,5 Metern Höhe mit einem sehr unglücklichen Aufprall. (Mit dem gesamten Fahrzeuggewicht genau auf das eine Vorderrad.)

      • Mortnizer sagt:

        Wie lange kann man mit dem mitgelieferten Akkus im Schnitt fahren?

        • RC-HeliCar sagt:

          Das ist jetzt schwer zu sagen, da wir nie auf die Uhr geschaut haben. Außerdem hängt es ja auch immer stark von der Fahrweise und dem Untergrund ab.
          Ich würde mal ganz vorsichtig schätzen, daß wir mit den 3.700er 2S nVision Akkus bestimmt auf gut 10 bis 15 Minuten Fahrzeit gekommen sind. Wahrscheinlich sogar etwas mehr. Den mitgelieferten Akku mit 3.000 mAh hatten wir gar nicht drin. Der dürfte aber theoretisch etwa 20% weniger Fahrzeit bringen.
          Je nach Untergrund und Fahrweise ist es aber sicherlich genau so gut möglich den Akku in unter 10 Minuten leer zu bekommen. Bei entsprechend moderater Fahrweise kann man aber bestimmt auch auf über 20 Minuten Fahrzeit kommen.

          • Daniel sagt:

            Ist das Hauptzahnrad aus Metall oder normales Plastik?
            MFG Daniel

          • RC-HeliCar sagt:

            Ich meine es ist aus Kunststoff. Ich habe den Desert Warrior aber gerade nicht hier, kann also nicht nachschauen.

  3. Crasher 4 sagt:

    Hallo,

    welchen 3s lipo Akku kann man für dieses Auto benutzen?

  4. Crasher 4 sagt:

    oder welchen Akku kann ich sonst noch nehmen?

    • RC-HeliCar sagt:

      Wir hatten testhalber einen nVision 3S 3300 30C (NVO1812) drin. Der hat gut im Desert Warrior XL funktioniert.
      Ich persönlich nutze gerade bei Offroadern bevorzugt LiPos im Hardcase.
      Da wäre dann als 2S der nVision 2S 5000 45C (NVO1111) eine günstige und ganz gute Option mit langer Fahrzeit.
      Der nVision 3S 3200 45C (NVO1115) hat meines Wissens das gleiche Gehäuse bzw. die gleichen Maße und dürfte daher als Variante mit mehr Leistung auch ganz gut gehen.
      Die Akkus sind jeweils 138,5 x 46,6 x 25,5 mm groß.
      Ich selbst bin mit den nVisions bisher recht zufrieden. Preis / Leistung stimmen da auf jeden Fall. Daher auch der Vorschlag. Andere LiPos mit ähnlichen Maßen gehen aber natürlich auch.

      • Crasher4 sagt:

        Kann ich die dann mit dem standard Ladegerät laden?

        • RC-HeliCar sagt:

          Das beiliegende Balancer-Ladegerät kann auch 3S LiPos laden. Ich würde mir aber die Anschaffung eines vernünftigen Laders überlegen. Die Balancer-Lader brauchen generell durch die geringen Ladeströme einfach zu lange um einen LiPo mit halbwegs Kapazität voll zu bekommen. Da gehen dann schon mal ein paar Stunden pro Akku ins Land.

          Ich selbst habe verschiedene Ladegeräte von LRP und bin mit denen recht zufrieden. Der Element Pro Lader (41220) von LRP ist ein einfaches und sehr leicht zu bedienendes Ladegerät für LiPos und NiMhs. Es hat immerhin bis zu 4 A Ladestrom. Für den reinen Hobby- und Freizeitfahrer ist das absolut OK.
          Wenn es ein bißchen mehr sein darf, dann würde ich den LRP Quadra Competition Charger V1 nehmen. Der bietet viele Funktionen und ordentlich Ladeleistung.
          Viele verwenden auch den IMAX B6. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist bei dem Lader sehr gut. Allerdings finde ich die Bedienung ein wenig unübersichtlich.

  5. Skorpien sagt:

    Und man kann 3s lipos ohne bedenken benutzen?

    • RC-HeliCar sagt:

      Bisher gab es da keine Probleme. Und vom Hersteller ist der 3S-Betrieb auch frei gegeben, wenn ich das recht im Kopf habe. Bei den momentanen Außentemperaturen (>30°) würde ich Motor- und Reglertemperatur beim Fahren ab und an mal überprüfen. Bisher gab es da an 3S aber nichts auffälliges.
      Generell ist der Verschleiß an 3S natürlich größer als an 2S. Und die Fahrleistungen sind an 2S ja auch nicht gerade schlecht. Wer also lieber ein wenig materialschonender und sorgloser unterwegs sein möchte ist mit 2S LiPos sicherlich auch nicht schlecht bedient.

  6. Erster sagt:

    Hallo ersma,
    ich habe den Desert Warrior XL jetzt seit ca. 4 Wochen, bislang noch kein Ausfall. Das mit der Zugänglichkeit desm Akkufachs ist totale Sch…. anders kann ich das nicht ausdrücken. Ich kriege es nicht hin, mit welchem Werkzeug auch immer, ohne Schrauberei die Akkus zu wechseln. Das es nicht einfach würde war mir klar, aber so, nee nee nee.
    Bislang bin ich nur mit 2S gefahren, Temperatur von Motor und Regler war aber schon sehr beachtlich bei der derzeitigen Wetterlage. 3S habe ich bislang nur getestet, aber war mir allein schon wegen des massiven Geräusches des Regler-Lüfters nicht ganz geheuer. Aber ja, mit 3S geht der Desert Warrior richtig gut, nur kann ich mir nicht vorstellen, dass die Bauteile das lange mitmachen werden.
    Der Mann von der Hotline hat mitgeteilt, dass das Fahrzeug nur für 2S gedacht ist.
    Nun zu meinen Fragen (die Email an “Carson” blieb unbeantwortet, die Hotline konnte nicht helfen):

    1. Kurvenfahren geht nur bei geringen Geschwindigkeiten, bei mehr als 1/2 Gas (2S) geht fast nur geradeaus, wie kann ich dem beikommen?
    2. Dämpfung ist nicht die Beste, selbst bei geringter Dämpferfedervorspannung springt das Fahrzeug noch, stellt man härter, wird es schlimmer (mit dem Lenken dann übrigens auch. Welche alternative Federn bzw. Komplettdämpfer eignen sich; welche Viskosität des Siliconöls ist ab Werk in den Dämpfern?

    Vielen Dank für die Unterstützung.

    Freundliche Grüße

  7. Erster sagt:

    Ach ja noch vergessen,
    mit welcher Programmierbox kann man die Einstellungen des Reglers ändern (mit Blink- und Piepcodes ist das keine tolle Angelegenheit)?
    Welche Technischen Daten hat den die Motor-Regler-Combo?
    Danke noch Mal.

  8. Max sagt:

    Ich mag des Teil. Als erstes ist bei mir diese Fahreratrappe raus geflogen jetzt kann man den Akku tauschen sogar ohne das Seitenteil abzunehmen, heute Guinness verdächtige 2 min.
    Ich habe die Akku Haltestelle umgedreht und die Nase abgesägt, jetzt geht das befestigen wesentlich einfacher. Falls der Akku sehr dick ist, man kann die Halterung rausdrehen, dann gibts mehr Höhe.

  9. Mitchel sagt:

    Hallo,

    Ich habe auch noch mal neh frage über der 3s LiPo. Meinst du dass du eine 3s zusammen mit CARSON BRUSHLESS-SET 12T DRAGSTER SPORT WATER-PRO betrieben hast? Dass ist der set der standart dabei ist.

    Ah so sehe diesen Link:
    https://www.lindinger.at/at/fahrzeugeschiffe/antriebe-fahrzeuge/motoren/carson-brushless-set-12t-dragster-sport-water-pro

    Ich danke schon für deine Antwort und es wäre sehr hilfreich =)

    MfG,

    Mitchel

    • RC-HeliCar sagt:

      Hallo,

      ja, wir sind den Desert Warrior XL mit dem serienmäßig verbauten Brushless-Set ohne Probleme an 3S gefahren. Ob das aber wirklich der von Dir genannten Brushless-Kombo entspricht kann ich leider nicht sagen. Da kann es je nach Hersteller durchaus mal Unterschiede geben, zwischen dem, was sie in ihren Fahrzeugen verbauen und dem, was sie separat anbieten. Außerdem kann sich da auch im Laufe der Zeit auch immer mal was an den Produkten ändern.

      Gruß Peter

  10. Nils sagt:

    Also ist es möglich mit einem 3s Akku ohne Probleme zu fahren?

  11. Nils sagt:

    Also ohne Schäden meine ich.

    • RC-HeliCar sagt:

      Wie oben geschrieben, haben wir damals beim Carson-Support angefragt und man hat uns bestätigt, daß der Desert Warrrior 3S LiPos aushält.
      Wir sind ihn auch ohne Probleme an 3S gefahren. Daß mit der höheren Leistung der Verschleiß steigt, das Risiko eines Schadens bei einem Unfall oder Crash zunimmt und man die Temperaturen von Motor und Regler (vor allem im Sommer) etwas im Auge behalten sollte ist beim Desert Warrior nicht anders als bei allen anderen Modellen auch… ;-)

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>